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LOVE BOAT

Exhibition


2022


The definition of the term "love boat" covers a difficult journey of a romantic relationship; an actual boat or ship which is the scene of a romantic encounter; or a slang for the drug phencyclidine (PCP). And somehow, all three of those could be a great backstory of the works that comprise Willehad Eilers eponymous show which is currently on view at Galerie Droste in Düsseldorf.
In the past few years, since the German-born and Amsterdam-based artist swapped his black ink "blind drawings" for oil paintings, we've been immersed in a universe filled with flesh, debauchery, luxury, alcohol, and abundance. And although regularly including elements from our everyday reality, or at least from the magazines and social media accounts presenting a polished version of it, this universe is certainly not parallel to ours. More crooked than anything else, the scenes that Eilers is portraying in his paintings are quite literally twisted, melted, deconstructed, and generally suspended, alongside with the protagonists and their surroundings. Because although they are packed with countless narratives and story lines that are forcing themselves onto each other, the depicted moments are in fact a second before everything explodes, or in this particular case, likely sinks down.

The titular piece in the show is suggesting exactly that - a jam packed cruiser floating lifelessly. Depicted as seen from a lifeboat nearby on which its passengers are continuing celebrating whatever can be celebrated at a moment like that, Eilers isn't showing that the boat is indeed going down. But with the way these Zombie-like senior party citizens are behaving, one can't really imagine any other scenario. And as if he's rewinding the surveillance camera back a few hours or days or maybe even weeks and months, the rest of the show is showing the type of debauchery taking place on the inside of the cruiser. I’m not saying these scenes would be normal on your average Princess Whatever, but there must be a timeline in which being locked on a floating resort would turn some of us into grotesque caricatures of our worst behaviors and lowest urges.

Showing more familiarity with the technique, Eilers constructed suggestively lit scenes, in which romantic ocean sunsets get a menacing shade and the boat goers start to disfigure as they're indulging into anything that an open sea cruise can offer. Depicted by quite literally forcing the paint into whatever he wants to create, the new monumental works are filled with the abundance of weirdly colored flesh, disfigured and dissolving faces, floating eyes and grins, as well as countless hints and symbols of mediocre luxury, self-serving snobbism, and general twistedness. With this exhibition the artist is continuing his interest in exploring the connection between pleasure, joy and the suffering that comes with it. Although boiling down to an orgy of drunkenness and misbehaving, the whole body of work revolves around the desire for warmth and being appreciated. Essentially - love. —Sasha Bogojev

Interview mit Katharina Galladé
Warum hast du dich für den Ausstellungstitel Love Boat entschieden?

Wie es mir haeufiger geschieht, war der ausstellungstitel zunaechst arbeitstitel eines bildes. Je mehr ich den Titel in meinem Kopf wiederholte desto klarer wurde mir das hier mehr drin steckt als ich in einem Bild ausdruecken kann.

Warst du schonmal auf einem Love Boat?
Als ich 12 Jahre alt war steckten mein Vater, meine Schwester und ich in 24 stunden in einem sturm auf dem aermelkanal fest. Der kapitaen kuendigte verschiedene plaene durch die intercom an. “wir werden versuchen statt deutschland daenemark zu erreichen”. “es ist zu gefaehrlich richtung Daenemark, ich stelle unser schiff in Sturm richtung, wir harren aus.” “Das Bordtelefon steht passagieren frei um ihre liebsten anzurufen”.
Die liebsten. Da haben wir etwas Love. Ansonsten war dieser boots auffenthalt eher von erbrechen und angst gepraegt.
Dann wieder darin auch gar nicht so weit entfehrnt von der handelsueblichen beziehung.


Wie kann man sich ein Love Boat vorstellen?

Haargenau so wie meine bilder nur etwas realistischer ausgefuehrt.

Gibt es hierzu eine reale Referenz?

Es gibt natuerlich das Love Boat aus der Serie Loveboat. Ich habe allerdings noch keine folge dieser serie gesehen und meine bilder sind somit nur in soweit von der serie beeinflusst wie ich mir vorstelle das sie sein koennte.

Hattest du noch einen anderen Ausstellungstitel im Kopf?

Nein. Ich habe das Bild ‘Love Boat’ gemalt und ab diesem moment den drang gefuehlt das thema weiter auszufuehren.

Gibt es eine Oberthematik in der Ausstellung?

Die Thematik ist eine weiterfuehrung meiner vorherigen shows “happy holidays forever”, “May all your dreams come true” “Reality Kings” und “la Blague”. Es dreht sich also weiterhin um die balance zwischen lust, freude und dem damit einhergehenden leid. So wie im grunde Reich/Arm funktioniert. Diesmal mit dem schwerpunkt Liebe. Das hat persoenliche gruende, aber auch war es mir wichtig das verlangen nach waerme und dem geschaetzt werden mit einzubauen. Neben dem Ekel und der Wollust geht es hier auch viel um Halt und Geborgenheit. Die zerbrechlichkeit des Moments und wertschaetzung dessen.

Was fasziniert dich an dieser Thematik?

Die Thematik ist sehr weitgreifend. Faszinieren daran tut mich das ich keine loesung oder erklaerung liefern kann. Es sind dinge die mich taeglich beschaeftigen und ich versuche durch meine Bilder den Ablaeufen naeher zu kommen.

Worauf können sich Besucher*innen in deiner Ausstellung freuen?

Freuen Sie sich auf ein beisammensein in begleitung aufdringlicher, lauter, teils lustiger ab und zu verstoerender bilder. Am besten zu ertragen sind sie, wie auch die in ihnen beschriebenen situationen, bei ein(tausend) glaesern wein.

Warum hast du dich entschieden Ölfarbe zu benutzen?

Ich habe durch Philip Mueller im Jahr 2019 damit begonnen mit oel zu malen.
Das medium ist entgegen seines rufs sehr schnell und erinnert darin an meine tinten bilder von zuvor. Ich hatte das gefuehl das ich mit den schwarz weissen bildern kein grosses risiko mehr einging. Ohne ueberheblich klingen zu wollen, in meinen moeglichkeiten und auf mein ziel bezogen, habe ich das gefuehl die tintenmalerei gemeistert zu haben.
Oe list ein komplett neues feld das viele herausforderungen und moeglichkeiten bietet. Das fasziniert mich. Ich moechte nicht wissen was ich schaffe sondern es zusammen mit meinen werken entdecken.



Welche Bedeutung hat Kontrolle in deiner Arbeit?
Unterliegt deine Technik einer bestimmten Methodik?

All meine arbeiten unterliegen einem strikten regime. Am wichtigsten ist es nie etwas zu versuchen sondern dinge einfach zu tun. Falls schlecht, dann eben schlecht, aber nie schuechtern oder vorsichtig. Gerade wenn das haus einfaellt moechte man dem architekten wohlwollend auf die schulter klopfen. Komm, mein lieber das hast du trotzdem ganz toll gemacht. Bei mir stehen gluecklicherweise keine menschenleben auf dem spiel. Nur ihr geistiges wohl. Und das kann in diesen zeiten der selbstoptimierung, des successcoaching etc durchaus mal einen daempfer gebrauchen.
Ich befinde mich auf den bildern die ich male und muss allein schon deshalb auch etwas daran zerbrechen. Ich wuerde mich schaemen bilder zu zeigen auf die ich hinabblicke. Ich muss stolzer teil des problems sein ansonsten wird es zu scharlatanerie.


An was arbeitest du aktuell?
Was unterscheidet deine aktuellen Arbeiten von den vorherigen?

Es sind neue arbeiten. Das ist der haupt unterschied. Sie ziehen lehren aus den vorherigen bildern. Sind aber auch nie ein endpunkt. Alles soll das naechste verlangen, ansonsten habe ich ein problem. Dann waere ich ja fertig.

Gibt es bestimmte Utensilien ohne die du nicht Arbeiten kannst?
Hast du vorher eine klare Vorstellung von dem wie ein bestimmtes Werk aussehen soll?

Nein. Also, klar, farbe und so. Aber ich habe beispielsweise keine bestimmten werkzeuge oder so. Ich nutze was ich gerade um mich habe. Ich mag kein heiligtum. Oft werden sachen mit aus der not gewaehlten werkzeugen besser als wenn ich mein ‘normales’ equipment benutze.
Ich bin mir immer ueber mein thema im klaren. Aber die schlussfolgerungen kommen meist erst lang nachdem alles fertig ist. Das dauert.


Was inspiriert dich?

Traeume.

Kannst du deine Arbeit mit einem Wort beschreiben?

Zum glueck nicht.




Love Boat 160x140

Everyday Another Day 130x110

Da Sitzt Er Der Kapitaen Mit Seiner Daemlichen Muetze Die Nichts Bedeutet 200x260

Der Zirkus Zieht Weiter 150x200

That Loving Feeling 140x190

Festtanz Der Peinlichkeiten 210x300